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Interiority

Living with the Unpleasant

Mixed Media, 2026

In der Serie „Living with the Unpleasant“ begegnen wir der Künstlerin in immer gleicher Haltung: frontal, blass, still. Ihr Blick richtet sich direkt auf uns. Keine Geste der Abwehr, kein sichtbarer Schock, kein dramatischer Ausdruck. Der Körper bleibt ruhig, fast eingefroren. Doch auf seiner Oberfläche geschieht etwas.

Mäuse, Kakerlaken, Blutegel, Schlangen, Raben, Bienen, Skorpione, Ameisen, Schnecken und Aale treten in die Bilder ein. Sie kriechen über Haut, Schultern, Gesicht und Mund. Sie sitzen an Stellen, die Nähe, Verletzlichkeit und Kontrolle berühren. Die Tiere wirken nicht wie zufällige Requisiten. Sie erscheinen als Zeichen für Zustände, die sonst verborgen bleiben: Ekel, Angst, Erschöpfung, Überreizung, Scham, Widerstand, innere Unruhe oder stille Bedrohung.

Die Serie erzählt nicht vom Ausbruch dieser Empfindungen. Sie zeigt den Moment danach. Den Zustand, in dem das Unangenehme bereits da ist. Nicht laut, nicht spektakulär, sondern gegenwärtig. Die Frau flieht nicht. Sie kämpft nicht. Sie lebt mit dem, was sich auf ihr niedergelassen hat.

Das Verstörende entsteht nicht durch Gewalt, sondern durch Nähe. Die Tiere überschreiten Grenzen. Sie machen den Körper zum Ort einer stillen Koexistenz. Was fremd wirkt, wird Teil des Bildes. Was abstoßend erscheint, erhält Form, Gewicht und Präsenz.

Die kühle Farbigkeit, das fahle Licht und der rohe Hintergrund verstärken diesen Eindruck. Alles wirkt reduziert, fast klinisch. Die Serie erinnert an psychologische Porträts, an Körperstudien, an naturkundliche Präparate. Zwischen Schönheit und Irritation entsteht ein spannungsreicher Zwischenraum.

„Living with the Unpleasant“ fragt danach, was geschieht, wenn das Unangenehme nicht verdrängt wird. Wenn es sichtbar wird. Wenn es nicht mehr außerhalb des Körpers steht, sondern auf der Haut, im Blick, im Atemraum erscheint.

Die Tiere sind dabei weniger Gegner als Manifestationen. Sie verkörpern das, was an uns haftet, an uns zehrt, uns umkreist oder sich in uns festsetzt. Jedes Bild beschreibt eine andere Form dieser Begegnung: das Kriechende, das Saugende, das Stechende, das Giftige, das Schleimige, das Schwärmende, das lautlos Bedrohliche.

Die Künstlerin bleibt in all dem bemerkenswert unerschüttert. Sie wirkt nicht passiv, sondern gegenwärtig. Ihre Stille hat etwas Widerständiges. Sie nimmt den Blick der Betrachtenden auf und hält ihn aus. Dadurch kehrt sich die Irritation um: Nicht nur sie wird beobachtet. Auch wir werden mit unserem eigenen Ekel, unserer Abwehr und unserer Faszination konfrontiert.

So entsteht eine Bildreihe über innere Zustände, die sich nicht eindeutig benennen lassen. Über das Leben mit dem, was stört. Über Körpergrenzen, Kontrollverlust und fragile Selbstbehauptung. Über die Schönheit im Unbehaglichen.

Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Fotografie, digitaler Bildbearbeitung und generativer KI. Ausgangspunkt ist eine fotografisch gedachte Porträtästhetik, die mithilfe KI-basierter Bildgenerierung erweitert und durch künstlerische Auswahl, Nachbearbeitung und serielle Komposition präzisiert wurde.

In the series “Living with the Unpleasant”, we encounter the artist in the same posture again and again: frontal, pale, still. Her gaze is directed straight at us. No gesture of defence, no visible shock, no dramatic expression. The body remains calm, almost frozen. And yet, something is happening on its surface.

Mice, cockroaches, leeches, snakes, ravens, bees, scorpions, ants, snails and eels enter the images. They crawl across skin, shoulders, face and mouth. They settle on places that touch upon closeness, vulnerability and control. The animals do not appear as random props. They emerge as signs of states that usually remain hidden: disgust, fear, exhaustion, overstimulation, shame, resistance, inner unrest or silent threat.

The series does not tell of the eruption of these sensations. It shows the moment after. The state in which the unpleasant is already present. Not loud, not spectacular, but there. The woman does not flee. She does not fight. She lives with what has settled on her.

The disturbing quality does not arise from violence, but from proximity. The animals cross boundaries. They turn the body into a site of quiet coexistence. What appears foreign becomes part of the image. What seems repulsive gains form, weight and presence.

The cool colours, the pale light and the raw background intensify this impression. Everything appears reduced, almost clinical. The series recalls psychological portraits, body studies and natural history specimens. Between beauty and irritation, a charged in-between space emerges.

“Living with the Unpleasant” asks what happens when the unpleasant is no longer repressed. When it becomes visible. When it no longer stands outside the body, but appears on the skin, in the gaze, in the space of breathing.

The animals are less opponents than manifestations. They embody what clings to us, drains us, circles around us or settles within us. Each image describes a different form of this encounter: the crawling, the sucking, the stinging, the poisonous, the slimy, the swarming, the silently threatening.

Throughout all of this, the artist remains remarkably unshaken. She does not appear passive, but present. Her stillness has something resistant about it. She receives the gaze of the viewer and withstands it. In doing so, the irritation is reversed: she is not the only one being observed. We, too, are confronted with our own disgust, our resistance and our fascination.

What emerges is a series about inner states that cannot be clearly named. About living with what disturbs. About bodily boundaries, loss of control and fragile self-assertion. About beauty in discomfort.

The works move within the field of tension between photography, digital image editing and generative AI. Their starting point is a portrait aesthetic conceived through a photographic lens, expanded through AI-based image generation and refined through artistic selection, post-processing and serial composition.

Portrait einer Frau mit Spinne
Portrait einer Frau mit
Portrait einer Frau mit Kakerlaken
Portrait einer Frau mit Ameisen
Portrait einer Frau mit Skorpion
Portrait einer Frau mit Schnecken
Portrait einer Frau mit Bienen
Portrait einer Frau mit Aal
Portrait einer Frau mit Maus
Portrait einer Frau mit Schlange
Portrait einer Frau mit Schmetterling
Portrait mit Blutegel

Fragile Interfaces

AI-assisted Portraiture, 2026

Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen UmgebungKünstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung

FRAG / ILE / INTER / FACE

der körper
steht nicht
vor der zukunft

er steht
in ihr

oder sie
steht
durch ihn

kabel
kaltblau
unter der haut

ein hals
angeschlossen
ein kopf
gehalten
ein blick
gefiltert

weißes rauschen
ohne schnee

code

nicht auge
sondern öffnung

nicht riss
sondern signal

die maske schützt
die maske nimmt
die maske schützt, indem sie nimmt
die maske nimmt, indem sie schützt

druck innen
fläche außen
glatt ist nur
was bricht

keramik am hals
panzer am kinn
module am kopf
schläuche im atem

atmet sie
oder sie beatmet
spricht sie
oder sie übersetzt
sieht sie
oder sieht das system

fragile
interface

eine grenze
mit kabeln

eine haut
mit protokoll

ein gesicht
mit zurückgehaltener datei

sie blickt ruhig
aber ruhe ist hier
kein frieden

ruhe ist verdichtung
ruhe ist form
ruhe ist der zustand
nach dem alarm

still
still
stillgestellt

der mensch
erscheint nicht abgeschlossen

er erscheint
offen

offen für strom
offen für blick
offen für befehl
offen für ersatz

die apparatur erweitert
die apparatur ersetzt
die apparatur erweitert, was sie ersetzt
die apparatur ersetzt, was sie erweitert

zweite haut
zweiter hals
zweites selbst

architektur des ichs

schnittstelle

wo endet der körper
wenn die sprache durch leitungen geht

wo beginnt das system
wenn der blick noch menschlich wirkt

was bleibt vom ausdruck
wenn die hülle
besser hält
als das gesicht

eine dystopie flüstert
nicht

sie trägt weiß
sie trägt blau
sie trägt druckstellen
unter der präzision

kein maschinenmensch
kein menschmaschine
kein metallengel
kein defektes versprechen

nur ein wesen
in künstlicher ordnung

nicht vollständig beschädigt
nicht vollständig ganz

ein rest mit augen

ein riss mit haut

ein signal
das so tut
als wäre es still

die oberfläche sagt: kontrolliert
die tiefe sagt: arbeitet
die form sagt: sicher
der hals sagt: eng

verbinden
verdecken
stützen
begrenzen

jede hilfe
hat eine kante

jeder schutz
hat eine innenseite

jede hülle
fragt leise: bist du noch da

und sie antwortet nicht

sie blickt

das reicht
nicht

das reicht
doch

im weißen raum
bleibt dunkelblau

im dunklen blau
bleibt körper

im körper
bleibt ein system

im system
bleibt ein riss

im riss
bleibt etwas
das nicht angeschlossen werden will

fragile interfaces

oder: der mensch
wird dort verletzlich
wo er sich schützt

und bleibt dort menschlich
wo er bereits
fremd geworden ist

Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung
Künstlerisches Portrait einer Frau mit Schläuchen, Defragmentierung und darstellen innerer Zustände in einer futuristischen Umgebung

In der Serie „Fragile Interfaces“ begegnet uns eine weibliche Figur in einem Zustand zwischen Körper, Maske und System. Sie steht nicht vor der Zukunft, sie scheint bereits Teil von ihr zu sein. Kabel, Panzerungen, keramisch wirkende Module, Schläuche und technische Apparaturen legen sich um Kopf, Hals und Oberkörper. Sie verdecken, stützen, verbinden und begrenzen. Der menschliche Körper erscheint nicht als abgeschlossene Form, sondern als offene Schnittstelle.

Die Bildsprache ist kühl, reduziert und präzise. Weiß dominiert den Raum, Dunkelblau setzt die Zeichen. Die Farbe wirkt wie ein Code: tief, technisch, fast organisch. Sie taucht in Augen, Leitungen, Rissen, Maskenelementen und inneren Strukturen auf. Dadurch entsteht eine stille Spannung zwischen Oberfläche und Tiefe. Was äußerlich glatt und kontrolliert erscheint, trägt Spuren von Bruch, Druck und innerer Aktivität.

Die Figur blickt oft ruhig, fast reglos. Doch diese Ruhe wirkt nicht leer. Sie verdichtet sich zu einem Zustand. Die Masken schützen nicht nur, sie nehmen auch Ausdruck. Die Kabel verbinden nicht nur, sie umschlingen. Die Apparaturen erweitern nicht nur, sie ersetzen. In dieser Ambivalenz liegt die Kraft der Serie: Technik erscheint weder als reine Bedrohung noch als Verheißung. Sie wird zur zweiten Haut, zur Architektur des Selbst.

„Fragile Interfaces“ fragt nach der Grenze zwischen Mensch und System. Wo endet der Körper, wenn Wahrnehmung, Sprache und Identität durch äußere Strukturen gefiltert werden? Was bleibt vom eigenen Ausdruck, wenn Schutz zur Hülle wird und Kontrolle zur Form? Die Arbeiten zeigen keine laute Dystopie. Sie erzählen von einem leisen, fast klinischen Unbehagen. Von einem Körper, der funktioniert. Von einem Gesicht, das etwas zurückhält. Von inneren Zuständen, die nur als Riss, Signal oder Schatten sichtbar werden.

Die Reihe bewegt sich zwischen surrealem Porträt, posthumaner Körperstudie und futuristischer Modefotografie. Ihre Ästhetik ist streng und zugleich verletzlich. Sie zeigt keinen Maschinenmenschen, sondern ein fragiles Wesen in künstlichen Strukturen. Ein Wesen, das nicht vollständig beschädigt, aber auch nicht unversehrt ist.

So entsteht eine visuelle Untersuchung über Anpassung, Identität und die feinen Risse in kontrollierten Systemen. „Fragile Interfaces“ macht sichtbar, wie verletzlich der Mensch dort wird, wo er sich schützt. Und wie viel Menschlichkeit gerade dort bleibt, wo der Körper bereits Teil einer fremden Ordnung geworden ist.

In the series Fragile Interfaces, we encounter a female figure in a state between body, mask and system. She is not standing before the future; she already seems to be part of it. Cables, armour-like structures, ceramic-looking modules, tubes and technical apparatuses wrap around her head, neck and upper body. They conceal, support, connect and restrict. The human body no longer appears as a closed form, but as an open interface.

The visual language is cool, reduced and precise. White dominates the space, while deep blue sets the accents. The colour appears like a code: profound, technical, almost organic. It emerges in the eyes, cables, fissures, mask elements and inner structures. This creates a quiet tension between surface and depth. What appears smooth and controlled on the outside carries traces of rupture, pressure and inner activity.

The figure often looks calm, almost motionless. Yet this stillness does not feel empty. It condenses into a state. The masks do not only protect; they also remove expression. The cables do not only connect; they also coil around the body. The apparatuses do not only extend; they also replace. The strength of the series lies in this ambiguity: technology appears neither as a pure threat nor as a promise. It becomes a second skin, an architecture of the self.

Fragile Interfaces asks where the boundary between human and system lies. Where does the body end when perception, language and identity are filtered through external structures? What remains of individual expression when protection becomes a shell and control becomes form? The works do not present a loud dystopia. They speak of a quiet, almost clinical unease. Of a body that functions. Of a face that withholds something. Of inner states that become visible only as fissure, signal or shadow.

The series moves between surreal portraiture, posthuman body study and futuristic fashion photography. Its aesthetic is strict and at the same time vulnerable. It does not show a machine-human, but a fragile being within artificial structures. A being that is neither fully damaged nor unharmed.

What emerges is a visual investigation into adaptation, identity and the fine cracks within controlled systems. Fragile Interfaces makes visible how vulnerable the human becomes precisely where it seeks protection. And how much humanity remains exactly where the body has already become part of an unfamiliar order.

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